Ein Gewichthebergürtel ist kein modisches Acessoire Ich muß in den Fitnessstudios die ich besuche leider seit einiger Zeit einen Trend feststellen der mir sehr mißfällt. Immer häufiger sehe ich Sportler die ihren Gewichthebergürtel schon in der Umkleidekabine anziehen und dann das ganze Training über angelegt lassen. Diese, ich nenne sie mal, Mr. T für Arme tragen ihn bei jeder Übung egal ob Bizepscurls, Trizepsstrecken, Bankdrücken oder Latziehen. Beine sieht man die Mr. T für Arme eher selten bis nie trainieren.
Das diese Art der Verwendung des Gewichthebergürtels alles andere als richtig ist sollte jedem der sich ernsthaft mit unserem Sport beschäftigt bewußt sein.
Wozu benutzt man dann den Gewichthebergürtel? Der Primäre Zweck eines Gürtels ist es den Rücken vor zu hohen Belastungen zu schützen. Aber ebenso sorgt er auch dafür das die Aktivität des Rückenstreckers erhöht wird. Durch den Gürtel ist es dem erfahrenen Sportler möglich gezielt den inneren Bauchdruck zu erhöhen, dadurch die Wirbelsäule zu stabilisieren und somit den Druck auf die Bandscheiben zu verringern.
Zudem gibt einem der Gürtel ein Gefühl von Sicherheit in der Bewegung und in der Stabilität. Dadurch traut man sich mehr Gewicht für seine Übungen zu verwenden oder mehr Wiederholungen zu absolvieren als man eventuell ohne Gürtel gemacht hätte.
Für welche Übungen ist der Gewichthebergürtel am besten geeignet? Aus dem oben genannten Gründen ist der Gürtel am besten für alle Übungen geeignet die einen hohen Bauchinnendruck erfordern und/oder bei denen der Rücken stark belastet wird. Zu diesen Übungen gehören:
- Kniebeugen
- Kreuzheben
- Langhantelrudern
- Schultertraining
- Bankdrücken
Das Bankdrücken gehört nur bedingt zu den Übungen die man mit einem Gürtel machen kann oder sollte, den beim Bankdrücken sorgt die Schwerkraft dafür, das die Wirbelsäule gegen die Bank gedrückt wird. Deswegen braucht man den Gürtel hier eigentlich nur bei 1RM oder bei austesten vom max. Gewicht.
Ab wann sollte man den Gewichthebergürtel benutzen? Der durchschnittliche Studiogänger benötigt im Grunde genommen keinen Gewichthebergürtel.
Für die meisten Arbeitssätze sollte der Gürtel in der Sporttasche bleiben, den zu häufiges Tragen des Gürtels kann den geschützten Bereich schwächer werden lassen. Der Gürtel sollte auch immer erst kurz vor der Übung angelegt werden, da man diesen sehr eng zumacht und dann meist weniger Luft bekommt. Aus diesem Grund sollte man den Gürtel auch nach jedem Satz wieder öffnen. Er wird so angelegt das die dickere Rückseite des Gürtels den Lendenwirbelbereich abdeckt. Obwohl es auch hier Gewichtheber gibt die darauf schwören ihn genau anders herum zu tragen, sprich mit der dicken Seite auf dem Bauch. Diese Leute sind aber eher die Ausnahme.
Ein weiteres Merkmal ab wann der Gürtel Sinn macht kann die Anzahl der Wiederholungen sein. Für Trainingsanfänger und mäßig Fortgeschrittene kann als Richtwert gelten das ein Gewicht mit dem man gerade so noch 6 Wiederholungen schafft den Einsatz eines Gürtels rechtfertigt. Bei Fortgeschrittenen und erfahren Athleten so wie bei Wettkämpfern findet dieser Ansatz allerdings keine Verwendung. Sie bewegen sich meist in Gewichtsbereichen in denen die Verwendung eines Gürtels meist empfehlenswert ist.
Was passiert wenn man den Gürtel ständig und bei jeder Übung trägt? Durch ein ständiges tragen des Gürtels kann der Rücken so sehr geschädigt werden das sogar gürtelloses Bücke ausreichen kann um einen Bandscheibenvorfall zu erzeugen. Das Problem ist das falsche Kontraktionsautomasimen erzeugt und angelernt werden wenn man den Gürtel ständig trägt. Der Gürtel sorgt dafür das die schrägen Bauchmuskeln entlastet werden, während der gerade Bauchmuskel sogar stärker belastet wird. Das daraus resultierende Problem ist als nicht der Verkümmerung der Stützmuskulatur sondern das anlernen von fehlerhaften Kontraktionsmustern.
Wieso ist der Bauchinnedruck so immens wichtig? Um das besser zu verstehen stelle man sich vor zwischen der Bauch und der Rückenmuskulatur befindet sich ein Luftballon. Bei jeder Übung, die große Körperspannung erfordert, wird die Rumpfmuskulatur beansprucht und dabei soll der Luftballon durch die Bauch und Rückenmuskulatur in der Mitte gehalten werden. Verwendet man jetzt aber sehr schwere Gewichte dann reicht die Spannung die man selbst mit der Bauch und der Rückenmuskulatur erzeugen kann nicht mehr aus um den Luftballon mittig zu halten. Der Bauch wölbt sich nach außen und der Luftballon zieht die Wirbelsäule in ungesunder Weise mit.
Die Folge: Verletzungen der Wirbelsäule.
Genau hier greift der Gewichthebergürtel in das Geschehen ein. Durch die Stützfunktion des Gürtels der den Rumpf umschließt sorgt er dafür das der Luftballon seine Position nicht verlassen kann und die Wirbelsäule bleibt so in ihrer korrekten Position.
Fazit: Kurz und knapp, richtig eingesetzt ist der Gewichthebergürtel ein nützliches Instrument was einem mit Sicherheit im Training weiter bringen wird.
Verfasser: Jimmy Herter. Erfahrung im Bodybuilding und Kraftsport seit 2001. Erfahrung mit Nahrungsergänzungen seit 2003. Mitarbeiter der Firma Bodybuilding Depot in der Filiale Berlin.
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